Allgemeine Aufnahmekriterien für das Gymnasium

Grundsätzlich gilt, dass jeder Schüler am dreitägigen Probeunterricht teilzunehmen hat und in dessen
Ergebnis durch eine Kommission entschieden wird, ob das Gymnasium besucht werden darf.

Von dieser Regelung ausgenommen sind die Schüler, die in den Fächern Deutsch, Mathematik und
Heimat- und Sachkunde mindestens die Note „2“ zum Halbjahr in Klasse 4 erreichten oder durch die
Klassenkonferenz der Grundschule eine Schullaufbahnempfehlung für das Gymnasium ausgesprochen
bekamen. (Eine Schullaufbahnempfehlung wird durch die Grundschulen nur auf Antrag der Eltern erstellt)

Folgendes müssten Eltern beim Entscheid über die Schullaufbahn ihrer Kinder wissen:

1. Ab Klasse 5 sollten nur die Kinder das Gymnasium besuchen, bei denen es über die Leistungs-
    fähigkeit und den Leistungswillen keinerlei Zweifel gibt.

2. Sollte die notwendige Zensurenbank nur knapp oder gar nicht erreicht werden, ist der Besuch der
    Klasse 5 an der Regelschule empfehlenswert. Dort kann unter gewohnten Schulbedingungen die
    weitere Entwicklung des Kindes genau beobachtet werden, ohne dass eine Überforderung des
    Schüler geschieht.

3. Der Wechsel ans Gymnasium ist sowohl nach Klasse 5 als auch nach Klasse 6 zu den gleichen
    Bedingungen wie nach Klasse 4, Heimat- und Sachkunde wird lediglich durch Englisch ersetzt,
    möglich. Damit sehen sich die Schüler, deren Entwicklung erst in der 5. oder 6. Klasse stärker
    eingesetzt hat, nicht so unter Leistungsdruck gesetzt und ihr Lernverhalten kann sich entspannter
    entwickeln als unter der Konkurrenz ihrer z.T. leistungsstärkeren Mitschüler im Gymnasium.

4. Auch nach Klasse 10 der Regelschule, vorausgesetzt sind wiederum mindestens gute Leistungen
    in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zum Halbjahr, ist der Wechsel ans Gymnasium
    möglich. Jetzt jedoch muss der Schüler ein Anpassungsjahr, die Klasse 11S am Gutenberg-
    gymnasium oder an der Integrierten Gesamtschule absolvieren. Danach kann er in die normale
    11. Klasse an jedem beliebigen Erfurter Gymnasium wechseln. Hat der Realschüler eine
    2. Fremdsprache belegt, kann er in jedem Gymnasium an Stelle der Klasse 11S auch die Klasse
    10 besuchen und danach ins Kurssystem wechseln.

Auch an den Staatlichen Berufsbildenden Schulen kann sowohl das allgemeinbildende Abitur als auch
ein Fachabitur abgelegt werden.

Selbst wenn keine dieser Möglichkeiten genutzt werden konnte, ist der Weg zum Studium nicht grund-
sätzlich verschlossen:

Jeder der sich in geeigneter Weise, ob intern oder an der Volkshochschule, vorbereitet hat, kann als
sogenannter Nichtschüler extern an einem Erfurter Gymnasium das Abitur ablegen.

Allerdings sind für diesen Fall andere Prüfungsbedingungen gegeben (z.B. die Absolvierung von 4
schriftlichen und 4 mündlichen Prüfungen).

Es ist für die schulische Karriere eines Kindes keinesfalls zwingend notwendig, sofort im Anschluss an die
4. Klasse das Gymnasium zu besuchen. Die alternativen Möglichkeiten sind der individuellen Entwicklung
der Kinder angepasst und bieten somit für die vielfältigen schulischen Biografien geeignete Wege zur
Hochschulreife.

Dem Grundsatz "Jedem seine Schule" und nicht "Jedem eine Schule" wird in Thüringen optimal Rechnung
getragen.

Da unsere Schule erfahrungsgemäß stark nachgefragt wird, entscheiden wir bei der Aufnahme vor allem nach
pädagogischen Kriterien
- passt der Schüler in unser Schulkonzept ?
- und nach der sozialen Vertretbarkeit / Zumutbarkeit des Schulweges.
Außerdem vertreten wir die Ansicht, zwecks vertrauensvoller Zusammenarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern,
nach Möglichkeit Geschwisterkinder aufzunehmen.

 
Letzte Änderung am 21.12.2011

15.05.2014