Die konservierte Gesellschaft - Wahrheit in fünf Dosen -

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Innerhalb der Projektwoche erarbeitete der Leistungskurs D1/10 unter der Leitung von Frau Klett fünf kleinere und größere Produktionen, die am 17. Juni zur erfolgreichen Premiere kamen.
Ausgehend von verschiedenen Überlegungen entwickelte sich der Wunsch, Unterrichtsergebnisse, Dialogsituationen, Monologe und ein ganzes Stück zur Aufführung zu bringen. Nachdem das Arbeitsthema „Der Mensch in seinen vollkommensten und verderbtesten Facetten von der Antike bis zur Gegenwart“ gefunden war, wurden aus den unterschiedlichsten Vorschlägen folgende  ausgewählt: Antike – „Antigone“ – Chorauftritt „Was ist der Mensch“; Klassik – „Faust II“ – Dialog von Sorge und Faust; Moderne „Der kleine Prinz“ – Dialog zwischen Fuchs und Prinz; Postmoderne – „Oskar und die Dame in Rosa“ sowie „Partytime“.

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Während die drei dramatischen Texte bereits als Spielfassung vorlagen, mussten die beiden epischen Texte umgeschrieben werden. Annemarie Walter erledigte das für den Kleinen Prinzen, indem sie eng an der Textvorlage arbeitete und Regieanweisungen hinzufügte, und Henrike Barske und Jennifer Tschoppe kürzten den Handlungsverlauf auf eine logische Abfolge von Bildern, die das Wunderbare und Tragische der Geschichte  um  Oskar und die Dame in Rosa hervorhoben.

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Diese vier Stücke zeigten dann auch im ersten Teil verschiedene Seiten des guten Menschen. Als Gegenentwurf folgte nach der Pause Harald Pinters Groteske „Partytime“.  In ihr hält der Autor unserer Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht. Auch wenn am Beispiel der Schönen, Reichen und Mächtigen die Abartigkeiten des zwischenmenschlichen Umgangs gezeigt werden, so kann sich doch auch jeder in einzelnen Dialogen und Verhaltensweisen wiedererkennen.
Zuletzt einigten sich alle auf den Titelvorschlag von Lukas Schütte, weil sich darin verschiedene Denkrichtungen eröffneten, die alle auch mit den Stücken zu tun haben.
Da am Ende die vermisste Gestalt des Jimmy als von den Mächtigen zerstörte, weil nicht angepasste Figur auftritt, entstand der Gedanke, mit Johann Wolfgang von Goethes Johann Faust zu beginnen und die letzte Bühnenfigur ebenfalls Johann genannt Johnny und nicht Jimmy zu nennen, um zu verdeutlichen, dass der große Menschheitsentwurf des Klassikers zur Pervertierung des Menschen geführt hat, zur Partygesellschaft ohne menschliche Werte, weit entfernt von den Zielen, die die Aufklärer und Klassiker anstrebten.
In diesem Rahmen der Monologe vollzog sich während der Aufführung für alle Zuschauer ein äußerst bewegender Theaterabend, an dem alle Spieler zur Höchstform aufliefen. Kein Patzer, keine Textstelle, die nicht auf den Punkt emotional ausgespielt wurde, keine Pause, die nicht die Spannung hielt! Die absolute Ruhe in der Aula steigerte die emotionalen Höhepunkte am Ende der beiden Teile.
Verbeugung, Applaus, Blumen und Sekt danach.
Lob, viel Lob für alle, die diesen Abend so erfolgreich gestalteten: durch Spiel, Pausenversorgung und Vertrauen, Selbstvertrauen.

K. Klett

Die Arbeiten in der Theaterwoche für das Stück "Die konservierte Gesellschaft" hat Rosa Hopp mit der Kamera begleitet und aus dem Making Off, der Aufführung und den Outtakes einen Videofilm zusammengeschnitten. Diese Filme sind bei Youtube eingestellt und können unter folgenden Links abgerufen werden:

 http://www.youtube.com/watch?v=TWrOfDzrUFQ

 http://www.youtube.com/watch?v=9H19Ea1mQqw

Viel Spaß beim Betrachten der Videos von unserer Theaterwoche!

27.07.2012